Eliane Gisler, Juni 2015

Jordanien - zwischen Wellness, Wüste und Weltkulturerbe


Wer Jordanien besucht, wird fasziniert sein von der Schönheit dieses kleinen Landes, welches zwischen vielen eigentlichen Krisengebieten des Ostens liegt. Trotzdem spürt man dies im Land sozusagen nicht! Natürlich, es gibt Sicherheitsschranken bei den Hoteleingängen und auch die Gepäckstücke werden gescannt, hier und da stehen Polizeiwärterhäuschen entlang einer Strasse, aber trotzdem macht sich nirgends ein mulmiges Gefühl breit. Man fühlt sich sicher.

Unglaubliche Naturschätze

Die Menschen sind freundlich und es lohnt sich auf sie einzugehen, um ein wenig mehr über ihre Geschichte zu erfahren. Sie machen schwierige Zeiten durch, denn der Tourismus und damit viele Arbeitsstunden fehlen momentan ganz einfach.

Das Land bietet eine Fülle an Naturschätzen, welche man in dieser Form nirgendwo anders findet. Ein Aufenthalt am Toten Meer in einem der wunderschönen Hotels, tut Körper und Seele gut. Sich im warmen Wasser der Pools entspannen, eine Wellnessbehandlung geniessen und natürlich nicht zuletzt ein Bad im Toten Meer, bis die Haut vom Salz anfängt zu prickeln. Allein dieses Gefühl, wenn man versucht sich im ölig anmutenden Wasser hinzulegen, ohne dass es einen auf den Bauch dreht – sagenhaft.

Weltkulturerbe Petra

Natürlich darf auch ein Besuch im Wadi Rum nicht fehlen, auf den Spuren von Lawrence of Arabia. Mit dem Jeep mitten in die Wüste, mit ortskundigen Guides, durch wunderschöne Wadis, vorbei an märchenhaften Gesteinsformationen, bis der Sand zwischen den Zähnen knirscht. Vielleicht auch noch ein Kamelritt, sozusagen als Sahnehäubchen des ganzen Wüstenerlebnisses?

Bei einem Jordanienbesuch darf natürlich auch die sagenhafte Felsenstadt „Petra“ nicht fehlen! Der ganze Eingangsbereich und das Besucherzentrum muten zwar anfangs ein wenig „Disneypark“-mässig an, wurde dies doch gebaut um die einst tausenden von Touristen Tag für Tag in das enge Tal zu schleusen. Hat man den Eingang jedoch passiert (und es empfiehlt sich sehr, dies frühmorgens zu tun), und spaziert durch die enge Schlucht mit den bis zu 70m senkrecht aufragenden Felswänden, überkommt einen ein ganz eigenartiges Gefühl. Der „Siq“ ist an seiner engsten Stelle nur gute 2m breit und schon auf dem Weg trifft man immer wieder auf in den Fels gehauene Statuen. Ruhe überkommt einen, Ehrfurcht und auch ein kleines Fragezeichen, wo denn nun diese sagenumworbenen Felsengräber liegen, hier in der kilometerlangen, engen Schlucht. Und dann, wie eine Offenbarung, nach der letzen Kurve des „Siq“ erblickt man das Unesco-Weltkulturerbe, den direkt in den Sandstein gehauenen Felsentempel, viele Meter hoch. Das Tal weitet sich und man kann die Ausgrabungen bestaunen und natürlich auch an einem der vielen Souvenierstände etwas kaufen. Echtes Silber, Schals, Schmuck, Kamel- und Eselritte, kühle Getränke, Kunst und Kitsch, alles ist vorhanden und wird auch lautstark (und wir Europäer würden wahrscheinlich sagen, aufdringlich) angepriesen. Man kann sich aber gut abgrenzen und dieses obligate „echt Silber Madame, sehr billig“ ist nun mal momentan der Haupterwerb der Leute, die dort wohnen. Petra ist eine Reise wert, das aufeinanderprallen von Jahrtausende alter Kultur und daneben Männer, die sich an Ihre am Boden kauernden Kamele lehnen und mit der neuesten Generation Smartphones spielen.

Erholung am Roten Meer

Einen Abschluss macht meistens Aquaba, wo man sich noch ein, zwei Tage am roten Meer erholen kann, falls man nicht den ganzen Weg wieder per Bus zurückfahren möchte. Es gibt hier gute und schöne Hotels direkt am Meer, man sollte sich aber bewusst sein, das der Hafen in der Nähe liegt und die Stadt nicht nur paradiesische Strände bietet. Das Wasser ist zwar durchaus sauber und die Strände gepflegt, jedoch würde ich keinen wochenlangen Aufenthalt empfehlen, denn für Badeferien gibt es ansprechendere Orte. Dafür kann man von Aqaba erholt in den Flieger steigen und nach einer kurzen Zwischenlandung in Amman zurück in die grüne Heimat starten.

Über den Autor


Autor

Eliane Gisler

Eliane Gisler arbeitet seit mehr als 10 Jahren bei IDEA Reisen, ist verheiratet und hat zwei Kinder im Teenageralter. Waren es zuvor die USA, Australien oder Namibia, bereist Sie, um den Kid’s (und sich selber) lange Flugzeiten zu ersparen, momentan eher im europäischen Raum. Sie ist vor allem fasziniert von den nördlichen Ländern, sprich Skandinavien, Schottland, Irland und der ganze Norden der USA und Kanada, wobei Sie zwischendurch einem Palmenstrand natürlich auch nicht abgeneigt ist.

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