Eliane Gisler, Juli 2018

Sylt - Champagner vs. Natur


Das Fazit unserer Ferien; wer den Luxus und den Champagner sucht, wird ihn mit Sicherheit finden! Sylt hat aber viel mehr zu bieten! Freundliche Menschen, die viel zum Schutz ihrer Insel beitragen, atemberaubende Natur, wunderschöne Dörfer und viele einsame Flecken, wo man gar nicht mehr weg möchte. Das einzige was uns gefehlt hat, war das Erleben der See bei Regen und Sturm, denn wir hatten zwei außergewöhnliche Wochen mit Kaiserwetter. Dementsprechend würden wir sehr gerne wieder nach Sylt reisen. Diesmal vielleicht im Herbst oder Winter.

Viele Wege führen nach Sylt

Da ich von der Nord- und Ostsee schwer begeistert bin, entschieden wir uns im Hitzesommer 2018 nach Sylt zu reisen. Mit einem vollgepackten Auto nahmen wir die doch recht lange Hinreise unter die Räder.
Wer die Anreise gerne mit weniger Autofahren hinter sich bringen möchte, dem empfiehlt sich ein Flug (nach Hamburg oder im Sommer von Zürich direkt nach Sylt) oder der Autozug nach Hamburg. Um danach flexibel zu sein, würde ich aber empfehlen, dazu einen Mietwagen zu buchen!

Fährt man mit dem Auto, empfiehlt es sich, die Strecke in zwei Etappen aufzuteilen. Für eine Übernachtung eignet sich zum Beispiel die „Marzipan“ Stadt Lübeck mit der malerischen Altstadt, oder man entscheidet sich für Kiel um den schönen Hafen und die großen Kreuzfahrtschiffe zu besichtigen.

Um auf die Insel zu gelangen gibt es zwei Varianten; den Autoverlad auf den Sylt Shuttle in Niebüll und dann über den berühmten Hindenburgdamm nach Westerland. Vor allem an den Wochenenden und im Sommer kann es aber zu langen Wartezeiten kommen. Zu empfehlen sind hier die Randzeiten. Wer einen Umweg von etwa einer Stunde in Kauf nimmt, fährt über Dänemark auf die Insel Romø und nimmt die Fähre nach List. Tickets können hier online vorreserviert werden. Wir haben diese Variante gewählt und wurden nicht enttäuscht!

Etwas für jeden Geschmack

t, fährt über Dänemark auf die Insel Romø und nimmt die Fähre nach List. Tickets können hier online vorreserviert werden. Wir haben diese Variante gewählt und wurden nicht enttäuscht!

Auf Sylt gibt es sehr schöne Hotels, günstigere Pensionen und jede Menge Ferienhäuser zu mieten. Da wir zu acht waren, haben wir uns für ein schmuckes, Reetdachhaus in List entschieden (fast ein Jahr vorher). Viele dieser Häuser sind sehr modern und luxuriös ausgestattet. Auch unser „Häuschen“ verfügte über zwei Strandkörbe, mehrere Schlafzimmer und einen Wellnessbereich mit Sauna und Whirlpool im Untergeschoss.

Sylt – überlaufen, überteuert und Schickimicki Partys? Stimmt! Aber definitiv nur teilweise! Wer sich für den schönen Ort Kampen entscheidet, sollte Gucci, Versace und Hermés im Porsche mitführen um dazuzugehören. Möchte man bei der berühmten „Sansibar“ baden, den Weg zu Fuss über die Dünen aber scheut, der kann den Mercedes Shuttle bis zum Strand buchen. Ob dies nun dekadent oder komfortabel ist, sei jedem selbst überlassen! Die Dichte an protzigen Autos ist vermutlich in ganz Deutschland nirgends höher als auf Kampens Parkplätzen.

Wem der Rummel nichts ausmacht, der entscheidet sich für Westerland. Hier kann man günstigere Unterkünfte finden, es gibt einen MC Donalds, viele Einkaufsläden und eine durchaus schöne Strandpromenade. Allerdings stehen hier auch einige Bausünden und Westerland als schön bezeichnen wäre doch sehr großzügig gemeint. Einen Tagesausflug ins Aquarium oder die Sylter Welle (Schwimmbad) lohnt sich aber durchaus!

Wer es gerne beschaulicher mag, der entscheidet sich eher für Hörnum, Rantum oder List, wo auch wir unser Häuschen hatten. Ein guter Entscheid!
List ist ein Dorf mit vielen Reetgedeckten Häuschen, einigen Restaurants, Läden, Supermarkt und nicht zu vergessen; Gosch! Gosch ist Kult und weltberühmt für seine Fischbrötchen. Es gibt Restaurants, einen Feinkostladen, einen Fischmarkt und dann am Lister Hafen die einfacheren Fischbuden und „Schnellessrestaurants“. Auch ein Riesenrad und eine Eisdiele locken zum Verweilen.
Sollte das Wetter einmal nicht so mitspielen, dem lege ich einen Besuch des „Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt“ sehr ans Herz! Hier kann man einige Stunden verweilen und viel Interessantes über Flora und Fauna lernen, erleben und entdecken.
Auch die berühmten Wanderdünen findet man nur in List. Natur pur!

Einen Ausflug wert ist auch das Morsum Kliff. Vom Parkplatz aus geht es über Heidewege, auf welchen es von wilden Kaninchen nur so wimmelt zum Kliff. Die Sanddünen haben verschiedene Farben, ein wunderschöner Anblick. Alles ist Naturschutzgebiet, aber es gibt auch ein Restaurant für den Durst nach dem spazieren.

Endlose, weisse Strände

Sylt ist von Stränden umgeben. Auf der Ostseite (gegen das Festland hin) ist das Meer ruhiger, jedoch ist das Baden tidenabhängig. Bei Ebbe kann man dafür das Watt erkunden. Es gibt auch sehr interessante Führungen, bei denen man vieles über das Weltkulturerbe Wattenmeer erfahren kann.

Auf der Westseite ist das Meer etwas rauer, aber die Strände sind weiss, fein und endlos. Es gibt Strandabschnitte, welche speziell für Hunde (und deren Herrchen) reserviert sind. Dann hat es aber auch FKK Strände, Textilstrände und sogar spezielle Jugendstrände. Die Infrastruktur ist vielerorts sehr gut mit Restaurant, WC, Duschen, Strandkörben und teilweise sogar Strandsauna. Da die Strände so breit sind, hat man jede menge Platz, auch wenn es sehr voll ist (was man aber nur den Parkplätzen ansieht). Spaziert man dem Strand entlang etwas weg von der Zone mit Infrastruktur und Lifeguard, ist man alsbald Mutterseelenallein und trifft nur noch sehr vereinzelt auf Spaziergänger.

Einen Ausflug wert ist auch der Lister Ellenbogen. Dies macht man an besten mit einem Mietfahrrad. Unterwegs radelt man an zwei Leuchttürmen vorbei und sieht immer wieder Schafe in den Dünen grasen. Am äußersten Zipfel treffen Wattenmeer und das offene Meer aufeinander, was gefährliche Strömungen hervorruft. Vom Baden ist hier also dringend abzuraten.
Wenn man Glück hat, kann man aber dem einen oder anderen Seehund auf der Jagd oder beim spielen zuschauen. Und die Natur ist schlichtweg atemberaubend, mit Dünen, Meer und Strand.

Über den Autor


Autor

Eliane Gisler

Eliane Gisler arbeitet seit mehr als 10 Jahren bei IDEA Reisen, ist verheiratet und hat zwei Kinder im Teenageralter. Waren es zuvor die USA, Australien oder Namibia, bereist Sie, um den Kid’s (und sich selber) lange Flugzeiten zu ersparen, momentan eher im europäischen Raum. Sie ist vor allem fasziniert von den nördlichen Ländern, sprich Skandinavien, Schottland, Irland und der ganze Norden der USA und Kanada, wobei Sie zwischendurch einem Palmenstrand natürlich auch nicht abgeneigt ist.

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