Aufgrund der aktuellen Situation sind unsere Telefonanlagen überlastet. Wir bitten Sie, uns via info@ideareisen.ch zu kontaktieren. Wir melden uns so schnell als möglich bei Ihnen. Danke für Ihr Verständnis.
Jörg Keller, Oktober 2016

Azoren


Die Azoren, als Geheimtipp, haben mich durch die rauhe Schönheit, die Vielfältigkeit und die Lage, zwischen der alten und neuen Welt, begeistert. 

Nach einer Woche Familienferien auf Gran Canaria bin ich am Sonntag von Las Palmas via Madeira nach Puerto Delgado geflogen. Puerto Delgado ist die Hauptstadt der grössten Azoren-Insel Sao Miguel. Die Azoren bestehen aus drei Inselgruppen: die Ost-, die Zentral- und die Westgruppe. Sao Miguel und Santa Maria bilden die zusammen die Ostgruppe. Der Flughafen liegt nur ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt. Wenn Sie ein Auto gemietet haben, dann übernehmen Sie es am besten gleich hier am Flughafen, ausser Sie bleiben zuerst ein paar Tage in Puerto Delgado, welches Sie bequem zu Fuss entdecken können.

Meine Reise führte mich gleich am Anfang zu einem der Höhepunkte der Insel, um nicht zu sagen der ganzen Azoren. Ein kurze Fahrt und schon habe ich Sete Caldera erreicht, von wo aus ich einen atemberaubenden Blick in die Ebene zum Lagoa Azul geniesse. Wahrlich ein erhabenes Gefühl, so mitten im Atlantik einen so schönen Flecken Natur zu geniessen. Klar bin ich mit dem Auto in die Ebene runtergefahren. Überall gibt’s Parkplätze, von wo ich exzellente Fotos schiessen konnte.

Im Sommer können Sie auf dem See ein Boot mieten oder mit dem Kanu eine Tour unternehmen. Es werden weitere Aktivitäten wie Mountainbike-Touren und natürlich Wanderungen angeboten.  

Da ich aber im Schnellzugstempo unterwegs war, bin ich schon bald wieder weitergezogen. Entlang der Nordküste, Mittagessen in einem der vielen netten, sympathischen und familiengeführten Restaurants, ging es zum Vale das Furnas. Ich selber habe ich ausgezeichneten 4* Hotel Terra Nostra Garden gewohnt, es gibt aber Unterkunftsvarianten in jeder Preiskategorie. Auf keinen Fall aber sollten Sie den Botanischen Garten verpassen und nehmen Sie sich doch etwas Zeit, um im warmen Schwefelbecken die Muskeln nach einer langen Wanderung zu entspannen.   

Da ich ja als „Entdecker“ für unsere Kunden unterwegs war, ging es schon anderntags weiter in die Region ganz im Osten von Sao Miguel. Hier zeigte sich das Wetter von seiner typischen Azoren-Seite: alle vier Jahreszeiten an einem Tag! Regen, Nebel, Kälte wie im Winter und dann wieder Sonnenschein. Einfach herrlich! Bevor ich spät am Nachmittag nach Pico flog, habe ich der einzigen Teeplantage Europas noch einen Besuch abgestatet.

Im Sommer verkehren – nicht täglich – Fähren zwischen den Inselgruppen. Im Winter kann die See rauh sein, darum ist der Fährebetrieb eingestellt und es gibt nur das Flugzeug, welches die Verbindung zwischen den Inselgruppen herstellt.

Zur Zentralgruppe gehören – Pico, Horta, Sao Joao, Graziosa und Terceira. Pico ist bekannt für seinen Wein und die Art, wie die Reben gehegt und gepflegt werden. Wenn Sie die körperliche Herausforderung suchen, dann sollten Sie den Vulkan Pico besteigen, übrigens der höchste Berg Portugals. Aber Achtung: ein sechs bis sieben stündiger Trip wartet auf Sie. Und so ganz locker vom Hocker geht es dann doch nicht. Auf Pico sollten Sie sich unbedingt auch Zeit für das sehr interessante Walfang-Museum nehmen.

Horta ist heutzutage vor allem bei den Atlantik-Seglern ein Begriff und im Besonderen das Peters Café. Hier treffen sich die Segler, tauschen Informationen aus und erzählen Räubergeschichten. Ob Sie jedem Bericht Glauben schenken wollen, sei Ihnen überlassen, auf jeden Fall ist die Stimmung dort speziell und ein Nachtessen sollte man auf sicher dort einnehmen. Ich hab‘s genossen und erinnere mich vor allem an die unzähligen Flaggen, die die Wände zieren. Ach ja, und wenn mal keine Wolken sind, dann erleben Sie am Strand von Porto Pim den schönsten Sonnenuntergang. Mitten im Atlantik – ist schon ein tolles Gefühl! Und dann versetzen Sie sich doch 50 Jahre zurück. Damals tauchten an genau diesem Strand die Unterwasser-Kabel auf. In der Relais-Station wurde das Signal verstärkt und schon ging‘s wieder in die Tiefe Richtung Südafrika, Südamerika, die Karibik und nach Nordamerika. Hier kann man Geschichte pur erleben, und heute geht alles via Satelliten. So ist das mit der Menschheit. Immer vorwärts!

Auch ich ging vorwärts – rüber auf die Insel Terceira. Ein rund 30 minütiger Flug. Hier habe ich mir wieder ein Auto gemietet. Der Flughafen liegt im Norden. Fahren Sie doch im entlang der Westküste, mit Abstechern in die Berge, runter nach Angra de Heroismo. Entlang der Küste gibt es einige Meerwasserschwimmbäder, wo Sie problemlos ins Wasser steigen können. Ein super Gefühl, mitten im Atlantik ein Bad zu nehmen. Und das ganze Jahr über sind die Wassertemperaturen „tragbar“. Gut, einverstanden, es ist nicht jedermanns Sache bei 19 Grad ins kühle Nass zu steigen, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

In Angra sollten Sie unbedingt in der Altstadt wohnen, Sie sind so mitten im Geschehen und können die schönen Strassenzüge bequem zu Fuss erkunden. 1980  wurde Angra durch ein Erdbeben schwer beschädigt, aber rassig wieder aufgebaut. Unter anderem dank einer grosszügigen finanziellen Unterstützung aus Amerika - die Amerikaner unterhalten auf Terceira einen Stützpunkt!

Wenn Sie gut auf dem Mountainbike unterwegs sind, dann gibt’s Touren, die Sie sehr fordern werden, aber auch solche, bei denen es eher gemütlich zu und her geht. Ich habe mich auf den höchsten Berg fahren lassen (das Bike auf der Ladebühne) und dann sind wir locker auf dem Hocker bis zum Meer runtergefahren. Immer wieder haben wir Halt gemacht und mein Führer hat mir interessantes zur Geschichte, Fauna und Flora, erzählt. Diese Tour kann ich jedermann und jederfrau empfehlen – auch wenn Sie nicht mehr 20 sind!

Am Abend wartet dann ein feines Nachtessen, Fisch aus den heimischen Gewässern auf Sie. Lassen Sie es sich schmecken.

Tja, das wars dann für mich auch schon wieder. In zehn Tagen habe ich doch einen sehr guten Eindruck von den Azoren erhalten und ich bin begeistert zurückgekehrt. Erwarten Sie keine Badeferien, dafür die pure Natur, atemberaubende Szenerien und freundliche Bürger. Übrigens, es ist mir aufgefallen, dass die Natur gepflegt wird, immer und immer wieder sieht man Putzkolonien und Wald- und Landarbeiterin. Die ruhigen Azoreaner sind sich Ihres Paradieses bewusst und laden uns ein, eine Moment, mitten im Atlantik, mit Ihnen zu verbringen und zur Ruhe zu kommen.  

Über den Autor


Autor

Jörg Keller

Seit mehr als 25 ist Jörg als Inhaber und Geschäftsführer tätig. Sein „Handwerk“ erlernte er während der Lehrzeit bei American Express in Zürich. Die Lehr- und Wanderjahre führten ihn später auf unzähligen Reisen zu vielen Ecken unserer unglaublichen, prachtvollen Welt. Und die Reise ist noch nicht vorüber! Früher war er mit dem Rucksack unterwegs, mit Bus und Zug. Heute geniesst er gerne ein schönes Hotel. Sein Motto: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.   

Mehr von

Jörg