Jörg Keller, Januar 2017

Hanoi


Meine jüngste Reise im Januar 2017 führte mich nach Hanoi.

Dies ist kein Zufall: Idea organisiert seit vielen Jahren Akupunktur-Praktikas für angehende, eidgenössisch diplomierte Naturheilpraktiker in Hanoi und Kunming. In regelmässigen Abständen Besuch wir unsere Partner vor Ort, überprüfen die angebotenen Übernachtungsmöglichkeiten und besprechen die Kursabläufe mit der Spitalleitung.

Lassen Sie mich über Hanoi und Vietnam im Allgemeinen ein paar Worte berichten. Hanoi ist das kulturelle Zentrum Nordvietnams. Die recht grosse, noch absolut intakte Altstadt (old quarter) begeistert schlicht jeden – ob Sie es nur ein paar Stunden aushalten oder immer wieder durch die sehr, sehr lebendigen Strassen schlendern – ist einerlei. Von morgens um sechs bis abends um zehn finden Sie hier das pure Leben. Tausende von lärmigen Mopeds, hupende Autofahrer, wieselflinke Händlerinnen, staunende Touristen aus allen Ländern – ein Wirrwarr, das alle Ihre Sinne in Beschlag nimmt, herausfordert und manchmal überfordernd. Es tut gut, wenn ihre Unterkunft nicht allzu weit weg liegt – so können Sie sich zwischendurch erholen und neue Energie tanken. Das faszinierende ist jedoch, das zwar jeder versucht, etwas zu verkaufen, Sie aber immer freundlich angesprochen werden. Und ein Nein ist ein Nein, anders als in den arabischen Ländern.

Es gibt viele Highlights in Hanoi: mein Favorit ist der Literaturtempel. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und schlendern Sie durch die nicht allzu grosse Tempelanlage, die natürlich auch von Einheimischen gerne besucht wird. Gleich neben dem Tempel finden Sie das Restaurant KOTO (know one teach one). Ein Projekt eines Australisch-Vietnamesischen Ehepaares, das Strassenkindern hilft, sich aus der nicht immer erfolgsversprechenden Lebenssituation zu befreien. Ein Ort, den ich immer wieder gerne besuche.

Unweit des Tempel liegt das Ho Chi Minh Mausoleum und das Ho Chi Minh Museum. Beide sind ein Besuch wert, ebenso die Strassen um die St. Josephs Kathedrale und den Hoan Kiem Lake. Vor fünf Jahren konnten Sie noch problemlos ein Velo mieten und so schnell von A nach B gelangen. Velos gibts praktisch keine mehr. Der Fortschritt hat Einzug gehalten und viele Hanoier können sich nun das bequemere Moped leisten. Wenn Sie nicht ein Taxi rufen wollen, dann rate ich Ihnen ein Moped zu mieten. Auf den ersten Blick erscheint dies als Himmelfahrts-Kommando. Haben Sie es aber erst einmal erlickt, macht es Spass und Sie kommen gut und zügig vorwärts. Sie werden lernen, im Fluss zu bleiben, nie stehenzubleiben, auch als Fussgänger nicht – sich immer bewegen und vorwärts gehen. Ein fast schon philosophischer Aspekt – aber sehr wahr! Der Verkehr wird nicht für Sie anhalten, Sie aber dankbar aufnehmen und integrieren.   

Ich bin von Hanoi und seiner Lebendigkeit immer wieder von neuem begeistert – aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nach ein paar Tagen gerne mal zur Stadt raus muss und mir die vielen anderen Sehenswürdigkeiten zu Herzen führen will. Die Halong-Bucht, Unesco-Weltkultur-Erbe, ist wohl fast jedermann ein Begriff. Kennen Sie aber Tam Coc, Nin Binh und vor allem den gebirgigen Norden, die Region Sapa? Lieben Sie Trekking, dann lohnt sich ein 3-4 tägiger Aufenthalt beim Volk der Hmong, Red Dao’s und der Tay. Sie wandern von Bauernhof zu Bauernhof, Gastgeber sind die lokal Bauern, die somit ihr Einkommen etwas aufbessern können. Erwarten Sie bitte keinen Luxus, oft ist es noch so, wie bei uns vor hundert Jahren – die Kühe unten und im ersten Stock die Menschen. Was gibt es heimeligeres?

Nach einer knappen Woche Nordvietnam empfehle ich Ihnen die Weiterreise gen Süden. Entweder Sie reisen mit dem Nachtzug oder dem Flugzeug von Hanoi in den geschichtsträchtigen Teil von Mittelvietnam. Hue, Hoi-An, der Wolkenpass und das allgemein kunterbunte Treiben werden Sie begeistern. Hier ein Auszug aus einem Reiseprogramm, so wie ich Ihnen den Ablauf mehr oder weniger auch empfehlen würde.

 

Hue

Mit dem Boot geht es heute den Parfümfluss hinauf bis zur Thien Mu Pagode, welche Sie anschliessend besichtigen können. Bei der Besichtigung des ehemaligen Kaiserpalastes sehen Sie das System der Zitadelle, die Halle der Mandarine und die verbotene Stadt, die dem Original in Peking nachempfunden ist. 

Hue - My Son – Hoi An

Sie fahren immer an der Küste des Südchinesischen Meeres entlang, über den Wolkenpass, bis Sie Hoi An erreichen. Dazwischen machen Sie einen kurzen Halt in My Son, welches ein religiöses Zentrum der Cham ist. Hoi An war im 15.-19.Jahrhundert eine der wichtigsten Häfen in Südostasien.

Architektonische Kostbarkeiten in Hülle und Fülle. Die schönen Holzhäuser werden Ihnen besonders gefallen. Geniessen Sie einfach die Stimmung der alten, engen Gassen aus dem letzten Jahrhundert.

Hoi An

Heute besichtigen Sie Hoi An. Darunter sind einige Pagoden, TanKy Old House, Hoi An Museum, der Markt und die japanischen Brücke, die das japanische mit dem chinesischen Viertel seit 1595 verbindet.  Von hier dann Weiterreise Richtung Saigon

 

 

Dieser kurze Einschub soll Ihnen zeigen, wie vielfältig und interessant Vietnam ist. Ich bin immer wieder gerne in diesem Land unterwegs, entdecke jedes Mal Neues und freue mich auch, dass das traditionelle Vietnam mit seiner beeindruckenden Schönheit immer noch da ist, unberührt vom hektischen Wandel der modernen Zeit. Dieses Volk strahlt so viel Wärme, Ehrlichkeit und Natürlichkeit aus, dass es einem manchmal richtig warm ums Herz wird.   

Über den Autor


Autor

Jörg Keller

Seit mehr als 25 ist Jörg als Inhaber und Geschäftsführer tätig. Sein „Handwerk“ erlernte er während der Lehrzeit bei American Express in Zürich. Die Lehr- und Wanderjahre führten ihn später auf unzähligen Reisen zu vielen Ecken unserer unglaublichen, prachtvollen Welt. Und die Reise ist noch nicht vorüber! Früher war er mit dem Rucksack unterwegs, mit Bus und Zug. Heute geniesst er gerne ein schönes Hotel. Sein Motto: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.   

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