Maria-Valeria Helfenstein-Eggimann, August 2012

MEXIKO – von Veracruz nach San Cristobal de las Casas


Wer hat nicht Vorurteile gegenüber Mexiko. Das sei doch viel zu gefährlich, mit den ganzen Banden- und Drogenkriegen“! Auf manche Gebiete trifft dies sicherlich zu, jedoch nicht auf ganz Mexiko. Ich wurde eines Besseren belehrt und fand sehr freundliche und hilfsbereite Menschen und darüber hinaus eine interessante Kultur vor.

Die einzige Touristin in der Stadt

In der mexikanischen Hafenstadt Veracruz angekommen, freute ich mich, fast die einzige Touristin in der ganzen Stadt zu sein. Dies machte es für mich sehr interessant und reizvoll. Eine Stadtrundfahrt im Touristen-Bus mit lauter Musik und Karaoke-Maskottchen, bevor dann der Hurrikan „Ernesto“ näher rückte. So reiste ich mit dem Bus weiter in die Grossstadt Mexico City! Mexico City präsentierte sich während meines ganzen Aufenthaltes ziemlich nass, kühl und nicht ganz ungefährlich! So besuchte ich das interessante „Museo Nacional de Antropologia“ und unternahm einen organisierten Ausflug zu den Ruinenstätten Teotihuacan in der Nähe von Mexico City. Leider hatten andere Touristen (die meisten Mexikanern) die gleich Idee und ich verbrauchte einige Zeit, bis ich die Sonnenpyramide (drittgrösste Pyramide der Welt!) bestiegen hatte. Man besucht diese Stätte auch nicht an einem Sonntag!

Autospektakel in engen Gassen

In Taxco, einem kleinen, „härzigen“, am Hang liegendem Städtchen, bestaunte ich die perfekt erhaltene Kolonialarchitektur und die vieeeelen VW Käfer, welche sich durch die engen Gassen rauf und runter kämpften. Ein wahres Auto-Schauspiel! Mit dem Bus ging’s dann wieder zurück nach Mexico City und über Puebla, den kaktusgesäumten Hügellandschaften entlang nach Oaxaca. Oaxaca wird als eine der schönsten und lebendigsten Städte Mexikos angepriesen. Leider teilte ich diese Meinung dann nicht ganz und beschloss bald, weiter zu ziehen. Was jedoch nennenswert, aber für unseren Gaumen nicht ganz üblich ist, die „heiligen Moles“. Die bekannteste „mole“ ist die schwarze „mole negro“, eine rauchig schmeckende, pikante „Köstlichkeit“ (na ja, nicht für alle!) mit einem Hauch von Schokolade.

Schildkröten in der Militärzone

Nach einigen Tagen Kälte und Regen, hatte ich das Verlangen nach Sonne und Strand. So zog es mich in das kleine, verschlafene Dörfchen San Agustinillo, welches an der Pazifikküste liegt. Die Pazifikküste von Oaxaca zählt zu den wichtigsten Schildkrötenbrutplätzen der Welt. Ich hatte das Glück, mit einem Einheimischen Schildkröten-Fanatiker einen Ausflug an einen abgelegenen Strand machen zu können, welcher Militärsperrzone war und man nur mit einer Bewilligung hinein durfte. Gut für mich, so war ich die einzige Touristin und hatte den ca. 7 Kilometer langen Strand mit den Schildkröten für mich alleine!

In strömendem Regen ging’s dann wieder hinauf ins Hochland in die hübsche Kolonialstadt San Cristobal de las Casas, in welcher ich diese Mexikoreise beendete.